Monday, 31 December 2018 12:09

DEUTSCHLAND – Rechtspopulistischer News Blog verbreitet grundlose Angst über Terrorismus zu Weihnachten

Die antimuslimische Webseite PI-News stellt absurde Spekulationen über einen Vorfall auf einem Weihnachtsmarkt an und warnt die Leserschaft vor unbegründeten, drohenden Gefahren. Dies ist das deutsche Medien Monitoring Highlight für Dezember. 

Die antimuslimische Webseite PI-News stellt absurde Spekulationen über einen Vorfall auf einem Weihnachtsmarkt an und warnt die Leserschaft vor unbegründeten, drohenden Gefahren. Dies ist das deutsche Medien Monitoring Highlight für Dezember. 

Dieser Artikel ist Teil der Medien Monitoring Highlights von Dezember, einer monatlichen Übersicht der bedeutendsten Ergebnisse unseres Monitorings der klassischen und neuen Medien in Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Ungarn und dem Vereinigten Königreich. 

pi newsDatum der Veröffentlichung: 2. Dezember 2018

Pressekanal: PI-News („Politically Incorrect“) ist ein rechtspopulistischer News Blog, der sich selbst als „News gegen den Mainstream, proamerikanisch, proisraelisch, gegen die Islamisierung Europas, für Grundgesetz und Menschenrechte“ definiert.

Link: https://goo.gl/sfQSVH

Überschrift: „„Allahu Akbar!“ Moslem mit Beil bedroht Weihnachtsmarktbesucher“ 

Beschreibung des muslimfeindlichen Inhaltes:  Dieser Artikel berichtet davon, dass ein betrunkener Mann mittleren Alters auf einem Weihnachtsmarkt in Witzenhausen Besucher bedrohte, indem er ein Beil schwang und wiederholt „Allahu Akbar!“ rief. Der Artikel mutmaßt, dass, wenn der Mann nicht betrunken gewesen wäre, er wahrscheinlich mehrere Menschen getötet hätte, und schreibt: „So aber wird ihm wohl nicht nur eine uns bereits bekannte angebliche „Traumatisierung“, „psychische Störung“ oder sonst ein Südländerleiden als mildernder Umstand ausgelegt werden, sondern auch eine Schuldunfähigkeit, ob des „erheblichen“ Alkoholeinflusses.“ Der Artikel endet mit einer Provokation: „Nichts ist passiert und nichts wird passieren. Vielleicht beim nächsten Mal, wenn er dann trifft und der „friedliche Islam“ wieder irgendwo blutrot die Straße runterrinnt. Noch drei Wochen bis Weihnachten, da ist noch viel Zeit für islamische Köpf- oder Sprengrituale.“

Mythos entlarvt: Dieser Artikel beinhaltet Mutmaßung, Doppelmoral und Engstirnigkeit, die im Journalismus nichts zu Suchen haben. Zu prophezeien, dass der Mann mehrere Menschen getötet hätte, wenn er nicht betrunken gewesen wäre, ist Spekulation ohne jegliche Beweise. Auf Grundlage der vorliegenden Informationen lässt sich dies schlichtweg nicht eindeutig feststellen. Der Artikel lehnt die Möglichkeit ab, dass es auch dann mildernde Umstände geben kann, wenn es sich um muslimische Zuwiderhandelnde handelt. Im Gegenteil: der Artikel suggeriert stark, dass, wenn ein Verbrechen von einer muslimischen Person begangen wird, die strafrechtliche Verantwortlichkeit als gegeben angenommen werden kann, selbst bevor eine Straftat überhaupt erst stattfindet. Der Artikel behauptet, dass jedes Mal, wenn Zugewanderte aus dem globalen Süden in einer Straftat verwickelt sind, mildernde Umstände wie zum Beispiel psychische Erkrankungen ausschließlich als „Ausrede“ für das Verhalten der Zuwiderhandelnden benutzt werden. Die Übertreibung und Unterstellungen im letzten Absatz des Artikels schüren absurde Ängste indem der Islam und Muslime mit Gewalt in der Öffentlichkeit verknüpft werden. Im Kontext von Weihnachten stellt der Artikel Gewalt („islamische Köpf- oder Sprengrituale“) auch der christlichen Kultur – in der Opferrolle – gegenüber. 

Zum Weiterlesen: 

Germany’s rightwing news sites pose challenge to traditional media

Terrorism or mental health problem? Let's not jump to conclusions

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